Geschlossener Güterwagen 151 600 Gr-20

Ab den 20er-Jahren wurden von der Deutschen Reichsbahn sog. Austauschbau-Güterwagen beschafft, die i.d.R. eine Weiterentwicklung der Verbandsbauarten darstellten. Austauschbau bedeutete dabei, dass die Einzelteile der Wagen so passgenau gefertigt wurden, dass sie untereinander ohne weitere Anpassungen ausgetauscht werden konnten.
So entstanden ab 1927 ca. 8.300 der geschlossenen Güterwagen Gr-Kassel. Die Wagen stellten eine Weiterentwicklung des Verbandswagens dar, markanteste Änderung war das Tonnendach anstelle des Flachdachs. Bei den Wagen mit Handbremse war diese in einem  untenliegenden Bremserhaus angebracht. Allerdings dienten die Handbremsen zu diesem Zeitpunkt nur noch zu Rangierzwecken. Für den laufenden Betrieb waren die Wagen ab Werk mit Druckluftbremse oder Luftleitung ausgerüstet. Viele Wagen waren zum Umspuren auf die russische Breitspur ausgerüstet und trugen entsprechend das Nebengattungszeichen „r“.
In den ersten Nachkriegsjahren wurden einige Wagen mit Blechdächern ausgerüstet.
Bei der DB bekamen die Wagen eine neue Betriebsnummer und wurden als G 20 eingereiht, bei manchen Wagen wurden die Bremserhäuser entfernt. Ebenso wurden teilweise die Lüftungs- und Ladeluken überarbeitet.
Nach Einführung der computergerechten Wagennummern und Gattungen wurden die Wagen bei der DB ab Mitte der 60er-Jahre als Gklm193 bezeichnet und bekamen ihre mittlerweile dritte Betriebsnummer, Ende der 70er-Jahre wurden die letzten Wagen ausgemustert bzw. als Bahndienstwagen weitergenutzt. Ab Mitte der 50er-Jahre wurden die Teile zahlreicher ausgemusterter Wagen zum Bau von Behältertransportwagen BT 10 bzw. ab 1960 zum Bau von Gms 60 verwendet.

Über Hersteller und Baujahr unseres Wagens ist leider nichts bekannt. Unser Wagen lief bei der DB als 151 600. Ende der 60er-Jahre wurde der Wagen als Gerätewagen631 mit der Betriebsnummer 30 80 945 4314 umgebaut, dabei wurden eine elektrische Einrichtung sowie im Inneren Regale sowie eine Stirnwandtür eingebaut.
Außerdem erhielt der nun grün lackierte Wagen in diesem Zuge einen Stirnwandübergang auf der einen Seite. So war der im Bereich der Direktion Frankfurt stationierte Wagen bis Juli 1978 eingesetzt. Später diente der Wagen bis Mitte der 90er-Jahre als Bahnhofswagen 61 301-8 im AW Kassel
2006 kauften wir den Wagen von den Eisenbahnfreunden Walburg (Hessisch Nassau).

Vom März 2009 bis Juni 2010 wurde er im Zustand der 50er Jahre aufgearbeitet.

Technische Daten:

Ladegewicht: zunächst 15, später 17,5 t
Eigengewicht: 11,0 t
Ladefläche:  21,2 m²
Lüp:  9,1 m
Achsstand: 4,5 m
Bremse: Kkg (Kunze-Knorr- Güterzugbremse)
Vmax:  65 km/h

Im Verein seit:  Juli 2006
Zustand: aufarbeitet,  nicht bahnamtlich zugelassen
 

oben: 151 600 nach der Ankunft 2006

 

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