51 80 09-53 101-4 P, Dmz904, Küchenwagen

Zwischen 1965 und 1967 beschaffte die Bundeswehr 5 Prototypenwagen für geplante Krankentransportzüge, insgesamt waren 30 derartige Züge geplant. Es war vorgesehen, Verwundete von Sammelstellen in sichere Gebiete zu fahren. Die Wagen waren nie im Einsatz, sie dienten nur Übungszwecken. Zu weiteren Beschaffungen seitens der Bundeswehr kam es aus Kostengründen nicht, stattdessen setzte man auf ein Konzept mit von der DB geliehenen Wagen. Ein derartiger Krankentransportzug bestand aus 13 Wagen für 356 Verwundete und ca. 70 Mann Personal.

Alle Wagen basieren auf der UIC-x Plattform, dem damaligen Standard für Neubauten der DB. Der Wirtschaftswagen Dmz904 hat einen geschlossenen, gasdichten (ABC-geschützten*) Wagenkasten mit Bullaugen statt Fenstern und mit einer Belüftungsanlage. Er ist als Speisewagen mit Küche und Vorräten für die Versorgung von bis zu 400 Personen ausgelegt. Weiterhin ist der Wagen mit einer Wasseraufbereitungsanlage ausgestattet.

Unser Wagen wurde 1967 bei Talbot in Aachen mit der Fabriknummer 118 071 gebaut. Zunächst war die Betriebsnummer 910 101 P als D4üm-65a geplant, er erhielt jedoch bereits die neue Betriebsnummer 51 80 09-50 101-7 P als Düm904. Zunächst war der Wagen “mehrspannungsfähig”, d.h. die elektrischen Einrichtungen konnten mit mehreren, in Europa üblichen Spannungen betrieben werden. Da dies jedoch recht wartungsaufwendig war, wurde diese Einrichtung 1973 ausgebaut, in diesem Zuge entfielen auch die Achsgeneratoren. Nun erhielt der Wagen die  Nummer Nummer 51 80 09-53 101-4 P als Dmz904.

2008 kauften wir insgesamt 4 Wagen der Bundeswehr über die VEBEG, 2010 wurde dieser Wagen äußerlich aufgearbeitet.



*ABC-geschützt bedeutet geschützt gegen atomare, biologische und chemische Waffen

Technische Daten:

Eigengew.: 63 t
Lüp:  26,4 m
Achsstand: 19 m
Bremse: KE-GPR-Bremse mit Handbremse
Vmax:  140 km/h
Elektrische Heizung
Elektrische Versorgung über Zugsammelschiene 1000V 16 2/3 Hz,
sowie über Fremdeinspeisung 230 / 380 V
Baujahr: 1967

Zustand: restauriert, zur Zeit nicht bahnamtlich zugelassen

Links: Wagen nach der Aufarbeitung 2010

Unten: Wagen nach der Ankunft im Zechenbahnhof 2008.

Unten: Überführungszug nach Utrecht während der Ausfahrt aus dem Zechenbahnhof Piesberg. Der Zug ging zunächst nach Osnabrück RBF, dort übernahm 189 048 den Zug und führte ihn bis zum Grenzbahnhof Bad Bentheim.
Überführung erfolgte durch DB Schenker Rail NL und D.

 

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