Zechenbahnhof Osnabrück Piesberg

1568 ist der Kohlenabbau am Piesberg erstmals urkundlich erwähnt. Ab 1832 wurden am Piesberg auch Steine abgebaut. Um die abgebauten Kohlen und Steine vom Piesberg abfahren zu können, wird zwischen 1856 und 1867 der Zechenbahnhof und die Anschlussbahn nach Eversburg zur Staatsbahnstrecke gebaut. Zunächst beschafft man keine eigenen Lokomotiven, die Waggons werden entweder von der Staatsbahn zugestellt oder es wurde mit Pferden rangiert.

1889 wird die Kohlengruben nebst  Steinbruch von der Stadt Osnabrück an das Stahlwerk Georgsmarienhütte verkauft, auf diese Weise sollte ein Teil der Kohlenversorgung für die Hochöfen gesichert werden. 1898 wird der Kohleabbau eingestellt, da er in Folge von Wassereinbrüchen und Streiks unwirtschaftlich geworden war, fortan werden nur noch die am Piesberg gebrochenen Steine vom Zechenbahnhof aus versandt.

1902 wird zusätzlich zum Steinbruch ein Betonwerk errichtet, 1905 wird der Zechenbahnhof erweitert, die Verbindung nach Eversburg ist nunmehr zweigleisig.

Gegen Ende des 2.Weltkrieges musste eine provisorische Anbindung des Zechenbahnhofs an die Strecke Osnabrück-Bremen als Umgehung in Betrieb gehen, auf diese Weise konnte auch bei Zerstörung des Bahnknotens Osnabrück der Bahnverkehr aufrecht erhalten werden.

Noch heute wird der Zechenbahnhof zum Umschlag von Steinen aller Größe durch die CEMEX Kies & Splitt GmbH genutzt. 

1988 findet unser Verein auf dem Zechenbahnhof sein Domizil, im Laufe der Jahre wird auf dem Gelände zahlreiche Gleise instandgesetzt und sogar das komplette Gleis 601 und 605 durch den Verein wieder aufgebaut.  Ebenso wird ein 110 m langer Bahnsteig errichtet. 

1999 wurde der Zechenbahnhof an die Stadtwerke Osnabrück verkauft. 2006 wurde im Rahmen der Verbreiterung des Stichkanals Osnabrück auch eine neue, höhere Eisenbahnbrücke errichtet, was auch den Umbau des unteren Bahnhofsbereiches zur Folge hatte. 2011 begannen die Stadtwerke Osnabrück, ein ca. 700 m langes Gleis zum Anschluss des Zechenbahnhofs an die Hafenbahn zu bauen.  Es bleibt zu hoffen, dass dadurch der Museums (bahn-)betrieb und der historische Flair als Teil des Kulturparks und Landschaftspark Piesberg nicht über Gebühr beeinträchtigt wird.

Der Zechenbahnhof Piesberg 1989 als wir dort unser Domizil bezogen haben.

Sehr viel hat sich seit dem im Zechenbahnhof Piesberg verändert. Dieses Bild entstand im Frühjahr 2009. Zu sehen ist unser historischer Personenzug wie auch
41 052.

Das Stellwerk

1987 erfahren zwei Mitglieder des Vereins, dass ein altes mechanisches Stellwerk der Georgsmarienhütten - Eisenbahn (GME) auf dem Gelände des Stahlwerks in Georgsmarienhütte abgerissen werden soll. Es handelte sich hierbei um ein Stellwerk aus dem Jahre 1914 (preußische Bauart). Es diente als Weichenstellwerk. Durch Modernisierung erhielten die Weichen elektrische Antriebe, die vor Ort bedient werden konnten. Damit hatte das Stellwerk ausgedient.

Der Verein sah in dem Stellwerk jedoch ein erhaltenswertes Zeugnis alter Eisenbahngeschichte. Mit der GME wurden Verhandlungen aufgenommen. Ziel war es, das Stellwerk in seine Einzelteile zu zerlegen und originalgetreu am Piesberg wieder aufzubauen.

Am 05. Januar 1989 begann die Zerlegung des Stellwerks. Alle abgebauten Teile, einschließlich der Mechanik, wurden nummeriert, zum Piesberg transportiert und dort zunächst eingelagert. Nachdem die Standortfrage und alle baulichen Probleme geklärt waren, begann im Juni 1992 der Wiederaufbau. Dankeswerterweise wurde die Aktion vom Landschaftsverband Osnabrück finanziell unterstützt, sodass Sockel und Betondecke aus diesen Mitteln finanziert werden konnten. Alle weiteren Arbeiten (Fachwerk, Dach, Innenausbau, Einbau der Mechanik) wurden in Eigenarbeit geleistet.

Die alte Steinbrechanlage

Die alte Steinbrechanlage wurde 1928 errichtet und diente dazu, die im Piesberg  grob gebrochenes Gestein auf die gewünschten Abmessungen zu brechen. Die gebrochenen und nach Größen sortierten Steine wurden in unter der Anlage liegenden Silos sortiert und von dort auf Waggons / LKWs verladen. 2003 wurde die inzwischen unter Denkmalschutz stehende Anlage stillgelegt und durch eine neue ersetzt.

Im März 2009 konnten wir die Anlage endgültig im Rahmen eines langfristigen Erbpachtvertrages übernehmen, nachdem bereits in den Vorjahren eine eingeschränkte  Nutzung möglich war. Ziel ist es, das Gebäude zur wetterunabhängigen Unterstellung unserer Loks- und Waggons zu nutzen, bereits jetzt dient derzeit der obere Bereich als Werkstatt und Lagerraum. Das Gebäude wird derzeit in enger Zusammenarbeit mit dem Projektbüro Piesberg und den städtischen Denkmalschützern wieder hergerichtet. Es werden zukünftig wieder alle 4 Einfahrten mit Gleisen versehen.

Das alte Waagehäuschen

Das alte Waagehäuschen stand früher im oberen Bereich des Zechenbahnhofs neben einer Gleiswaage. Mit dieser wurden die Schotterwagen verwogen. Leider stand das alte Waagehäuschen dem (Gleis-) Lückenschluss Richtung Hafen im Wege, sodass es durch die Stadtwerke bis 2016 am derzeitigen Standort neu aufgebaut wurde. Bei Veranstaltungen nutzen wir das Gebäude für den Fahrkartenverkauf.